Gedanken durch Spielrunden
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/erkandor

Gratis bloggen bei
myblog.de





Cthulhu im 1. Weltkrieg oder das Problem mit der Hierarchie

Aktuell leite ich eine Cthulhu Runde, die im ersten Weltkrieg spielt. Das Szenario "Sommenachtsalptraum" aus dem Buch "Niemandsland", welches bei Pegasus Press erschienen hat ist prinzipiell gut geschrieben, übersichtlich aufgeteilt und hat sehr spannende Momente. Trotzdem entwickelte sich ein Problem innerhalb der Spielrunde, welches nicht dem Szenario, sondern dem Setting und der Freiheit, die ich meinen Spielern bei der Charaktererstellung ließ, geschuldet ist.

Im Szenario ist vorgesehen, dass die Gruppe Offiziersanwärter spielen soll, die einen speziellen Auftrag zu erfüllen haben. Ansonsten wird empfohlen, dass zumindest ein Offizier in der Gruppe ist, wenn der Rest etwas anderes, jedoch vorzugsweise Soldaten, spielen möchte. So habe ich es dann auch gehandhabt: Die Charaktere wurden gemeinsam erstellt, jedoch durfte jeder sein, was er wollte. So sind jetzt drei Gefreite, ein Obergefreiter und ein Oberleutnant (als Anführer) in einer Gruppe, wobei auch ihre Herkunft und Ausbildung unterschiedlich sind. Sie ergänzen sich gut und somit war ich der Meinung, dass es gut laufen müsste, jedoch übersah ich den Zwang durch die militärisch Hierarchie.

Die einzelnen Charaktere sahen sich in der Situation, blind den Befehlen ihres recht strengen Vorgesetzten folgen zu müssen. Dadurch blieb ihre eigene Handlungsfreiheit stark eingeschränkt und das Charakterspiel, auf das wir eigentlich recht viel Wert legten, verkümmerte. Eine vorgegebene, gleichgestellte Gruppe hätte zu mehr individuellem Rollenspiel geführt als die absolute Freiheit in der Charakterwahl, die ich in jedem anderen Fall vorziehen würde.

In Summe muss ich sagen, dass Zwänge, wie auch das Railroading, ihre Vorteile haben können, wenn sie zu einem stimmigeren Spielabend führen können. Die Spieler sollen sich immer so fühlen, dass sie Freiheiten haben, die man in keinem anderen Medium hätte. Jedoch manchmal müssen sie auch auf den richtigen Weg geführt werden, weil diese Freiheit ansonsten auch nicht richtig ausgespielt werden kann.

15.7.12 15:31
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung